Gossip erzeugt eine unvollständige Karte
BOLT 7 definiert signierte Knoten- und Kanalankündigungen sowie gerichtete Updates. Sie nennen Status, Grund- und proportionale Gebühr, HTLC-Grenzen und CLTV Delta; daraus baut der Sender einen lokalen Netzwerkgraphen.
Die Kapazität des Funding Outputs ist on-chain sichtbar, ihre aktuelle Aufteilung aber nicht. Private Kanäle fehlen im globalen Graphen. Die Karte zeigt daher mögliche Kanten, keine Garantie für einen bestimmten Betrag.
Die Route wird rückwärts berechnet
Ausgehend von Zielbetrag und finalem Ablauf addiert der Sender rückwärts Gebühr und CLTV Delta des jeweils nächsten Knotens. Der erste HTLC trägt deshalb einen höheren Betrag und späteren Ablauf als der letzte.
Die billigste Route ist nicht zwingend die beste. Wallets können Erfolgswahrscheinlichkeit, Hop-Zahl, Zeitrisiko, Kanalgrenzen und frühere Versuche gewichten. Die Routenwahl ist Wallet-Politik, kein einheitlicher Lightning-Konsensalgorithmus.
Onion Routing zeigt einen Schritt
BOLT 4 nutzt ein geschichtetes Sphinx-Paket. Jeder Hop entfernt seine Schicht, erfährt Ausgangskanal, Betrag und Ablauf und leitet ein verändertes Paket weiter. Die vollständige Route oder Anweisungen anderer Hops sieht er nicht automatisch.
Das ist keine perfekte Anonymität. Der erste Hop kennt den sendenden Peer, der letzte weist zum Empfänger; Zeit, Beträge, Topologie oder kontrollierte Knoten können Hinweise liefern. Wiederholte Fehlversuche geben ebenfalls Informationen preis.
Fehlschläge gehören zur Routensuche
Eine Zahlung kann an gerichteter Liquidität, veralteten Updates, einem offline befindlichen Knoten, HTLC-Grenzen, Gebühren oder Zeitwerten scheitern. Ein verschlüsselter Fehler lässt den Sender sein lokales Bild anpassen und eine andere Route versuchen, ohne die Zahlung nur teilweise abzurechnen.
Eine Wallet kann die Zahlung auf mehrere Wege teilen, doch jeder Teil braucht eine tragfähige Route und einen kompatiblen Empfänger. Bessere Liquidität und Wiederholungen erhöhen die Chance, nicht die Gewissheit.