Eine Vereinbarung für die Nachkriegszeit
Im Juli 1944 trafen sich Delegierte aus 44 Ländern in Bretton Woods, New Hampshire. Sie wollten eine stabilere Währungsordnung nach dem Krieg schaffen und Fehler der Zwischenkriegszeit vermeiden. Vereinbart wurden der Internationale Währungsfonds und die Institution, aus der die Weltbankgruppe entstand.
Länder legten Kurse zum US-Dollar fest und hielten sie durch Eingriffe in einer zulässigen Bandbreite; Paritäten konnten unter bestimmten Bedingungen geändert werden. Dollar ausländischer Währungsbehörden waren zu 35 Dollar je Feinunze in Gold einlösbar. Ein gewöhnlicher US-Inhaber besaß dieses inländische Goldrecht nicht mehr.
Warum das System Dollar und Vertrauen in Gold brauchte
Der Wiederaufbau des Handels benötigte internationale Liquidität, die Dollarreserven und US-Ausgaben lieferten. Je mehr Dollar die Welt hielt, desto größer war der mögliche Anspruch ausländischer Behörden auf begrenztes US-Gold. Das System brauchte zugleich genügend Dollar und Vertrauen in deren künftige Einlösbarkeit.
Die volle Konvertibilität wichtiger europäischer Währungen kehrte erst 1958 zurück. In den 1960er-Jahren nahmen US-Defizite, Inflation und Zweifel an der Golddeckung zu. Maßnahmen zur Verteidigung der Parität verzögerten das Problem, beseitigten aber nicht die Spannung zwischen US-Innenpolitik und internationaler Dollarrolle.
- nationale Währungen hatten festgelegte Dollarparitäten
- der Dollar war offiziell an Gold gebunden
- der IWF half Ländern bei vorübergehenden Zahlungsbilanzproblemen
- Paritäten waren nicht absolut unveränderlich
1971 und der Übergang zu flexiblen Kursen
Im August 1971 setzte Präsident Richard Nixon die Goldeinlösung von Dollar für ausländische Währungsbehörden aus. Damit änderte sich eine Grundregel; der Dollar verschwand nicht. Ein Versuch mit neuen Festkursen hielt nicht, und bis 1973 gingen die wichtigsten Währungen weitgehend zu flexiblen Wechselkursen über.
Heutiges Fiatgeld ist daher kein allgemeiner Anspruch auf eine feste Goldmenge. Zentralbanken geben Noten und Reserven aus, Geschäftsbanken schaffen durch Kreditvergabe Einlagen, und Geldpolitik arbeitet mit Zinsen und Finanzbedingungen. Viele Wechselkurse bildet der Markt, obwohl feste und gesteuerte Systeme weiter bestehen.
Worauf Fiatgeld beruht und welche Alternative Bitcoin bietet
Fiat bedeutet nicht, dass eine Währung allein deshalb Wert hat, weil ein Gesetz es sagt. Steuern und Rechtsverpflichtungen in der Währung, Einkommen und Preise, das Nutzernetz, Zahlungsinfrastruktur, institutionelle Qualität und Vertrauen in Geldwertstabilität zählen. Diese Stützen können stark sein oder versagen.
Bitcoin bietet eine Einheit mit vorab begrenztem Ausgabeplan und weltweiter Abwicklung ohne Einlösungsversprechen in Gold. Für diese Unabhängigkeit gibt es keine Instanz, die Kaufkraft stabilisiert, Notfallliquidität liefert oder Rückzahlungen garantiert. Ein fairer Vergleich benennt Regeln und Zielkonflikte, statt einem System die Lösung aller Probleme des anderen zuzuschreiben.