Als jede Banknote einen Schuldner hatte
Eine Banknote war ursprünglich häufig eine schriftliche Forderung gegen eine Bank. Der Inhaber konnte sie weitergeben oder beim Emittenten gegen eine festgelegte Menge Münzen einlösen. Papier ließ sich damit schneller und günstiger bewegen als Metall, das im Tresor blieb.
Anders als einheitliches Bargeld heute trugen private Noten den Namen einer bestimmten Institution. Ihre Annahme war daher nicht nur eine Frage von Währung und Nennwert. Der Empfänger prüfte, ob er die Bank kannte, wie weit ihre Kasse entfernt war und ob sie ihr Versprechen erfüllen konnte.
Einlösbarkeit bedeutete keine hundertprozentige Reserve
Das Versprechen, eine Note in Metall einzulösen, bedeutete nicht, dass hinter jedem Papierstück eine unberührte einzelne Münze lag. Eine Bank konnte einen Teil der Mittel verleihen und für gewöhnliche Auszahlungen eine liquide Reserve halten. Das System setzte voraus, dass nicht alle Inhaber gleichzeitig die Einlösung verlangten.
Setzte eine Bank die Einlösung aus, konnten ihre Noten mit Abschlag gehandelt oder ganz abgelehnt werden. Entscheidend war, ob nur kurzfristig Bargeld fehlte, dauerhaft Vermögen verloren war oder unbegründete Angst herrschte. Das Papierversprechen trug deshalb Kredit- und Liquiditätsrisiko.
- der Nennwert bezeichnete das Versprechen der Bank
- der Marktwert konnte unter den Nennwert fallen
- Einlösbarkeit hing von Regeln, Reserven und Solvenz des Emittenten ab
Mehr Emittenten bedeuteten mehr Auswahl und mehr Prüfung
Vor dem US-Bürgerkrieg liefen Münzen neben Noten einzelstaatlich konzessionierter Banken um. Die Vorschriften unterschieden sich, und entfernte Noten wurden häufig nur mit Abschlag oder gar nicht angenommen. Händler nutzten Verzeichnisse, um Fälschungen zu erkennen und das Risiko verschiedener Emittenten einzuschätzen.
Nicht überall herrschte dauerhaftes Chaos: Manche Banken und lokale Netze funktionierten zuverlässig. Die Zersplitterung erhöhte dennoch Prüf- und Handelskosten zwischen den Bundesstaaten. Die National Banking Acts von 1863 und 1864 führten einheitlichere, durch festgelegte Vermögenswerte besicherte nationale Banknoten ein.
Was das über Bitcoin und heutige Guthaben lehrt
Bitcoin in Selbstverwahrung ist kein Versprechen einer Bank, später Bitcoin auszuzahlen. Das Netzwerk erfasst Outputs, und der Schlüsselinhaber kann deren Ausgabe nach den Regeln autorisieren. Ein Börsenguthaben ist dagegen wieder eine Forderung gegen einen Betreiber, bis der Nutzer Bitcoin tatsächlich auf eine eigene Adresse abhebt.
Die Lehre lautet nicht, dass jeder private Emittent scheitern muss. Nutzer sollten Schuldner, Einlösungsbedingungen, Reserven und Rechtsbehelfe kennen. Dieselben Fragen stellen sich bei Stablecoins, Bitcoin-Verwahrern und bitcoinbesicherten Krediten.