Chinas Weg von der Quittung zum Geld
Tausende Kupfermünzen zu bewegen war schwer und teuer. Laut Columbia University handelten Kaufleute in der späten Tang-Zeit um 900 n. Chr. Quittungen von Depothäusern, bei denen sie Geld oder Waren hinterlegt hatten.
In der frühen Song-Zeit erhielt eine kleine Gruppe ein Monopol auf solche Bescheinigungen; in den 1020er-Jahren übernahm die Regierung. Daraus wurde das erste bekannte staatlich ausgegebene Papiergeld. Erfolg hing von Annahme, Ausgabekontrolle und wirtschaftlichem Nutzen ab.
Was das Papier darstellt
Eine Quittung kann ein Anspruch auf hinterlegte Münzen oder Metall sein. Wird sie zur Zahlung übertragen, zirkuliert der Anspruch selbst als Geld. Einlösbarkeit kann später schwächer werden oder enden; dann funktioniert die Note nach den Regeln des Emittenten und Geldsystems.
Physisches Papier, Rechtsanspruch und Recheneinheit müssen getrennt werden. Das Papier kostet wenig, während sein Nennwert hoch sein kann. Der Wert beruht daher auf Glaubwürdigkeit und Nutzen des Systems, nicht auf dem Material.
- eine Depotquittung belegt einen Anspruch gegen einen Verwahrer
- eine einlösbare Note verspricht Tausch gegen einen bestimmten Vermögenswert
- eine Fiatnote stützt sich auf die heutige Rechts- und Geldordnung
Europäische Noten folgten einer anderen Chronologie
In Europa trugen Münz- und Edelmetallverwahrung, Wechsel und Bankquittungen zur Entwicklung von Banknoten bei. Die Bank of England beschreibt Goldschmiede des 16. Jahrhunderts, die Quittungen für hinterlegte Goldmünzen ausstellten; diese wurden zunehmend zur Zahlung genutzt.
Chinesische und europäische Erfahrung bilden keine einzige Erfindungskette. Ein ähnliches Problem – der teure Metalltransport – erhielt unter anderen Institutionen andere Lösungen.
Vorteile und neue Risiken
Papier ist leichter, nach Nennwerten teilbar und für viele Zahlungen geeignet. Es kann jedoch zerstört, gefälscht oder im Übermaß ausgegeben werden. Eine einlösbare Quittung bringt zudem das Risiko, dass der Verwahrer nicht genügend Vermögen besitzt.
Bitcoin ist ebenfalls nichtstoffliche Information über Wert, aber kein Papieranspruch auf Münzen in einem Tresor. In Selbstverwahrung ist es die Fähigkeit, einen Netzwerkausgang zu autorisieren. Ein Börsenguthaben ist wieder eine Forderung gegen einen Verwahrer – ähnlich einer Depotquittung.