Zuerst muss es einen geeigneten Kreditnehmer geben
Eine Bank benötigt einen Antrag, den sie im Verhältnis zum Risiko für ausreichend ertragreich hält. Sie prüft Einkommen, Sicherheiten, Geschäftsplan, bestehende Schulden und Rückzahlungswahrscheinlichkeit. Selbst eine sehr liquide Bank kann ohne kreditwürdigen Kunden oder sinnvolle Mittelverwendung keinen gesunden Kredit schaffen.
Die Nachfrage verändert sich mit Erwartungen und Zinsen. Ein Haushalt kann die Hypothek, ein Unternehmen die Investition aufschieben; eine Bank kann in der Rezession ihre Standards gerade dann verschärfen, wenn Antragsteller die Zukunft fürchten. Kredite entstehen daher aus Entscheidungen beider Seiten und nicht aus einem mechanischen Zentralbankbefehl.
Kapital nimmt Verluste auf
Das Eigenkapital einer Bank ist kein Topf, aus dem jeder Kredit direkt bezahlt wird. Es ist die Differenz zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie eine Schutzschicht gegen Verluste. Ein größeres oder riskanteres Portfolio erfordert nach Regulierung und interner Steuerung gewöhnlich mehr Kapital.
Fällt ein Kreditnehmer aus und reicht die Sicherheit nicht, mindert der Verlust das Eigenkapital. Eine Bank mit zu kleinem Puffer kann ihre Bilanz nicht sicher ausweiten und regulatorische Anforderungen verletzen. Aktionäre müssen daher Risiko tragen, statt nur Erträge neuer Kredite zu erhalten.
Liquidität, Finanzierung und Interbankenzahlungen
Eine durch Kredit geschaffene Einlage kann rasch zu einer anderen Bank abfließen. Die ursprüngliche Bank braucht dann Reserven zur Abwicklung oder eine Quelle, aus der sie diese erhält. Kundeneinlagen, Marktkredite und liquide Anlagen unterscheiden sich in Stabilität und Preis. Verliert der Markt das Vertrauen, kann Finanzierung stark teurer werden oder versiegen.
Liquiditätsregeln verlangen ausreichend hochwertige liquide Aktiva für Abflüsse im Stress. Eine Zentralbank kann dem System Reserven bereitstellen, üblicherweise gegen zulässige Sicherheiten und zu einem festgelegten Preis; dadurch werden aber faule Kredite oder fehlendes Eigenkapital nicht automatisch repariert.
- Kreditrisiko: Der Schuldner zahlt möglicherweise nicht
- Liquiditätsrisiko: Zahlungen fließen ab, bevor Aktiva zu Geld werden
- Finanzierungsrisiko: Neue Quellen können teuer oder unzugänglich sein
- Kapitalregeln: Eigentümer stellen eine angemessene Verlustschicht
Zinsen und Rückkopplung aus der Wirtschaft
Der Leitzins beeinflusst den Preis von Reserven, Marktzinsen sowie Konditionen für Kredite und Einlagen. Höhere Zinsen dämpfen gewöhnlich einen Teil der Kreditnachfrage, doch die Übertragung ist weder sofort noch bei jedem Produkt gleich. Banken ergänzen Kosten, Risikoprämie, Laufzeit und Wettbewerb.
Kredit kann Investitionen und Handel fördern; zu schnelles Schuldenwachstum kann jedoch Vermögenspreise und künftige Verluste aufblähen. Regeln suchen deshalb einen Ausgleich zwischen Finanzierung und Widerstandskraft. Die Behauptung, Banken erzeugten „unendlich viel Geld aus dem Nichts“, lässt Verpflichtungen, Kosten und Insolvenzrisiko weg.