Zuerst muss klar sein, was schiefging
Eine Bank finanziert langfristige Kredite und Wertpapiere auch mit kurzfristigen Einlagen. Ziehen viele Kunden gleichzeitig Geld ab, kann sofortige Liquidität fehlen, obwohl gute Vermögenswerte später zahlen. Ein Notverkauf kann Verluste realisieren. Mobile Überweisungen und soziale Medien lassen einen Bankansturm zudem schneller laufen als früher eine Schlange vor der Filiale.
Insolvenz ist etwas anderes: Nach realistischer Berücksichtigung der Verluste reichen Vermögenswerte nicht für die Verbindlichkeiten. Das Eigenkapital der Aktionäre soll Verluste zuerst tragen. Ein Liquiditätskredit kauft Zeit, stellt aber den Wert eines schlechten Kredits nicht wieder her. Ein dauerhaftes Bilanzloch darf nicht als kurzer Geldmangel verdeckt werden.
Was vor einer Bankschließung geschieht
Aufseher können mehr Kapital verlangen, Dividenden begrenzen, einen Sanierungsplan anordnen oder einen Käufer suchen. Eine solvente Bank mit vorübergehenden Schwierigkeiten kann unter Bedingungen besicherte Liquidität erhalten. Im Euroraum stellt die zuständige nationale Zentralbank ELA im Rahmen der Eurosystem-Regeln bereit; sie soll einer solventen Institution helfen, nicht dauerhafte Verluste verstecken.
Fällt eine Bank aus oder droht ihr Ausfall, entscheiden Behörden zwischen gewöhnlicher Insolvenz und besonderer Abwicklung im öffentlichen Interesse. Abwicklung soll kritische Dienste wie Zahlungen erhalten und Verluste nach gesetzlicher Rangfolge zuweisen, ohne die gesamte Rechnung automatisch den Steuerzahlern aufzubürden.
- private Lösung: neues Kapital, Verkauf oder Zusammenschluss mit einer gesünderen Bank
- ELA: vorübergehende besicherte Liquidität für eine solvente Bank
- Insolvenz: Beendigung nach gewöhnlichem Insolvenzrecht
- Abwicklung: Umstrukturierung im öffentlichen Interesse unter Erhalt kritischer Funktionen
Wer Verluste trägt und was der slowakische Fond ochrany vkladov schützt
Bei einem Bail-in tragen zuerst Aktionäre und danach berücksichtigungsfähige Gläubiger entsprechend ihrem Rang Verluste; Ansprüche können abgeschrieben oder in Eigenkapital umgewandelt werden. Das unterscheidet sich vom Bailout mit externer staatlicher Hilfe. Gedeckte Einlagen genießen besonderen Schutz, und die Regeln enthalten Ausnahmen und Rangfolgen — ein Schlagwort sagt daher nicht jeden Einzelfall voraus.
Der slowakische Einlagenschutzfonds nennt eine allgemeine Entschädigungsgrenze von 100.000 Euro je Einleger und Bank. Einlagen derselben Person bei derselben Bank werden zusammengezählt; es gibt außerdem zeitweilig besonders geschützte Beträge und Ausnahmen. Die gewöhnliche Auszahlung erfolgt derzeit ohne Antrag grundsätzlich innerhalb von sieben Arbeitstagen. Aktien, Anleihen, Fonds und Kryptowerte sind jedoch nicht automatisch gedeckte Einlagen.
Was Bitcoin-Selbstverwahrung verändert
BTC in einer vom Nutzer kontrollierten Wallet sind keine Forderung an eine Bank. Ein Bankausfall kann sie daher nicht direkt abschreiben, und die Einlagensicherungsgrenze gilt nicht. Dafür trägt der Nutzer Risiken wie Seed-Verlust, Schlüsseldiebstahl, Fehlüberweisung, technische Fehler und Kursschwankung. Nach einer gültigen Signatur gibt es keine zentrale Stelle, die das Konto einfach wiederherstellt.
Ein BTC-Guthaben bei Börse oder Verwahrer hängt erneut von Gegenpartei, rechtlicher Vermögenstrennung und Insolvenzrecht ab. Selbstverwahrung beseitigt die Abhängigkeit von der Zahlungsfähigkeit eines Verwahrers nur, wenn der Nutzer die Schlüssel tatsächlich kontrolliert. Menschliche Fehler sowie sichere Backups und Nachlassplanung bleiben.